Das Unternehmen: Extra Aircraft
Extra Aircraft ist ein Kunstflugzeug-Hersteller mit Sitz in Dinslaken, Deutschland. Die Flugzeuge der Extra-Serie gehören zu den bekanntesten Kunstflugmaschinen weltweit und werden von Piloten auf allen Kontinenten geflogen. Produkte, die faszinieren. Eine Marke mit Geschichte. Aber online war davon wenig zu sehen.
Die Ausgangslage: Unsichtbar trotz Weltklasse
Als ich die Zusammenarbeit mit Extra Aircraft begann, sah die Social Media Präsenz so aus:
- Instagram: Vorhanden, aber kein einziges Reel. Sporadische Bild-Posts ohne System.
- YouTube: Kanal existierte mit rund 200 Abonnenten. Seit Monaten kein Upload.
- TikTok: Nicht vorhanden.
- Facebook: Gelegentliche Posts, keine Video-Strategie.
- Internes Team: Kein Mitarbeiter mit Kapazität oder Know-how für Video Content.
Das Kernproblem war nicht mangelnde Qualität des Produkts. Im Gegenteil: Extra Aircraft baut Flugzeuge, die weltweit Wettbewerbe gewinnen. Das Problem war, dass diese Faszination online nicht sichtbar war. Potenzielle Kunden, Partner und auch Fachkräfte fanden kein aktuelles Bild davon, was bei Extra Aircraft passiert.
Die Strategie: Externer Marketing Partner statt Agentur
Extra Aircraft hat kein internes Marketing-Team für Video. Eine klassische Agentur hätte Wochen gebraucht, um die Branche zu verstehen, und hätte trotzdem an der Oberfläche gekratzt. Stattdessen habe ich als externer Marketing Partner die komplette Content-Produktion übernommen.
Der Vorteil: Als Pilot kenne ich die Luftfahrt aus erster Hand. Ich weiß, was ein Pre-Flight Check ist, ich verstehe die Faszination eines ersten Starts nach der Wartung, und ich kann mit den Mechanikern und Ingenieuren auf Augenhöhe sprechen. Das macht den Content authentisch, nicht inszeniert.
Die Content Strategie im Detail
Plattformen: Instagram, TikTok, YouTube und Facebook. Alle Kanäle werden auf Englisch bespielt, weil die Zielgruppe international ist.
Formate:
- Cockpit-POVs: Kurzvideos aus dem Cockpit beim Start, bei Kunstflugmanövern, bei der Landung. Die stärksten Performer mit regelmäßig fünfstelligen Views.
- Air-to-Air Footage: Aufnahmen von einem Flugzeug aus auf ein anderes. Visuell spektakulär und nur möglich, wenn der Kameramann selbst fliegen kann.
- Behind-the-Scenes: Einblicke in die Produktion, Zeitraffer aus der Werkstatt, Testflüge.
- Longform für YouTube: Ausführliche Videos zu Auslieferungen, Veranstaltungen und dem Produktionsprozess.
Frequenz: 20+ Reels pro Monat, dazu regelmäßige YouTube-Uploads und Stories.
Produktion: Regelmäßige Drehtage vor Ort in Dinslaken. Aus einem Drehtag entstehen Content für mehrere Wochen. Schnitt, Postproduktion und Veröffentlichung laufen komplett über mich.
Die Ergebnisse nach 18 Monaten
Die durchschnittlichen Views pro Reel sind von 1.500 in den ersten drei Monaten auf über 12.500 nach 18 Monaten gewachsen. Das ist ein 8-facher Anstieg, rein organisch und ohne Werbebudget.
Die Wachstumskurve: Geduld zahlt sich aus
Social Media Wachstum passiert nicht über Nacht. Die ersten drei Monate waren eine Aufbauphase. Der Algorithmus musste den Account kennenlernen, die Formate mussten getestet werden, die Zielgruppe musste wachsen.
Was wir daraus gelernt haben
1. Authentizität schlägt Perfektion
Die besten Performer waren nie die am aufwändigsten produzierten Videos. Ein 30-Sekunden-Cockpit-POV mit natürlichem Sound generiert mehr Engagement als ein hochglanzpoliertes Werbevideo. Die Luftfahrt-Community will echte Einblicke, keine Werbung.
2. Konsistenz ist wichtiger als Viralität
Kein einzelnes virales Video hat den Account aufgebaut. Es war die Konstanz von 20+ Reels pro Monat über 18 Monate. Der Algorithmus belohnt Regelmäßigkeit. Die meisten Unternehmen geben nach 2-3 Monaten auf, weil die Ergebnisse noch nicht da sind. Genau dann beginnt das Wachstum.
3. Branchenkenntnis macht den Unterschied
Dass ich selbst Pilot bin und die Luftfahrt verstehe, hat den Content authentisch gemacht. Ich wusste welche Momente spannend sind, konnte die richtigen Fragen stellen und mit dem Team auf Augenhöhe arbeiten. Eine Agentur ohne Branchenwissen hätte das nicht leisten können.
4. Multi-Plattform aus einem Drehtag
Ein gut geplanter Drehtag liefert Content für alle Plattformen. Aus den gleichen Aufnahmen entstehen Reels für Instagram und TikTok, Longform-Videos für YouTube und Posts für Facebook und LinkedIn. Das maximiert den Output bei minimalem Aufwand für das Unternehmen.
5. Null interner Aufwand ist entscheidend
Extra Aircraft hat kein Marketing-Team. Hätte die Content-Produktion intern organisiert werden müssen, wäre sie nach wenigen Wochen wieder eingeschlafen. Das Modell als externer Marketing Partner funktioniert, weil das Unternehmen sich auf sein Kerngeschäft konzentrieren kann.
Die zentrale Erkenntnis: Luftfahrtunternehmen haben einen natürlichen Vorteil auf Social Media. Spektakuläre Bilder, faszinierende Technik und Geschichten, die Menschen begeistern. Was fehlt, ist nicht der Content, sondern die konsequente Umsetzung. Zum Leitfaden: Social Media in der Luftfahrt
Fazit: Was bedeutet das für Ihr Unternehmen?
Die Ergebnisse von Extra Aircraft sind kein Einzelfall und kein Zufall. Sie sind das Ergebnis einer durchdachten Strategie, konsequenter Umsetzung und Branchenkenntnis. Und sie sind reproduzierbar.
Wenn Ihr Unternehmen in der Luftfahrt, Aerospace oder verwandten Industrien tätig ist, dann haben Sie die gleichen Voraussetzungen: faszinierende Produkte, spannende Arbeitsumgebungen und Geschichten, die es wert sind erzählt zu werden.
Der erste Schritt ist eine Content Roadmap: ein konkreter Plan, welche Inhalte auf welchen Plattformen erscheinen sollten und was realistisch erreichbar ist. Nicht theoretisch, sondern basierend auf echten Ergebnissen wie dieser Case Study.